Jahresrückblick des Bürgermeisters auf 2009
28.12.2009Bürgermeister Joachim Wilcke gibt einen Rückblick über das Jahr 2009 in der Gemeinde Stelle.
© Gemeinde StelleDas Jahr neigt sich dem Ende. Und viel zu schnell geraten durch die fortschreitende Zeit Ereignisse der letzten 12 Monate in Vergessenheit. Mit dem Jahresrückblick soll an einige Stationen erinnert werden.
Der Entwicklung der gemeindlichen Finanzen haben wir uns stets mit besonderer Umsicht und Sorgfalt gewidmet. Die Gemeinde mit ihren 11.000 Einwohnern ist nahezu schuldenfrei. Und auch wenn wir in Stelle die Auswirkungen der Wirtschaftskrise durch erste Einbrüche bei der Einkommensteuer zu spüren bekommen haben, kann der Haushalt des noch laufenden Haushaltsjahres ohne einen Fehlbetrag abgeschlossen werden. Vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage und in Erwartung weiterer Einnahmeausfälle zeigten die gerade beendeten Beratungen zum Etat 2010 hingegen, wie schwierig sich der Haushaltsausgleich gestaltete. Erstmals werden hierzu die in Vorjahren aus Überschüssen angesparten Mittel angegriffen, um dies zu erreichen. Dank des umsichtigen Verhaltens unseres im April unerwartet verstorbenen Gemeindekämmerers Dieter Werner ist diese Möglichkeit des Rückgriffes geschaffen worden. Ein Ausbau des kommunalen Leistungsangebotes wird in Zukunft jedoch nur noch in eingeschränktem Maße möglich sein.
Die Ergänzung der Schienenstrecke Hannover - Hamburg um ein 3. und 4. Gleis auf dem Abschnitt Stelle - Ashausen hat unsere Gemeinde auch in diesem Jahr nachhaltig beschäftigt. Nach zähen Verhandlungen mit der Deutsche Bahn AG hat diese die Planungen zu den Lärmschutzmaßnahmen entscheidend verbessert; so werden die Lärmschutzwände zwischen Ashausen und dem Steller Bahnhof nahezu durchgängig eine Höhe von 5 m aufweisen und die Gleise einem besonderen Schleifverfahren zur weiteren Lärmminderung unterzogen. Mit den Baumaßnahmen ist bereits Anfang Dezember begonnen worden. Voraussichtlich im Laufe des Jahres 2012 werden die Arbeiten beendet sein. Während der Baumaßnahme wird es zu spürbaren Belastungen durch Lärm und Baustellenverkehr kommen. Auch die mehrmonatige Sperrung einiger Straßenbereiche (u.a. im Bereich Achterdeicher Weg, Penellweg, Eisenbahnunterführung am Bahnhof Ashausen) wird den Straßenverkehr erheblich beeinträchtigen: Hierauf hat die Bahn im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 10. Dezember hingewiesen.
Das Thema Lärmschutz war auch eine zentrale Frage bei der geplanten Erneuerung der Technik auf dem Rangierbahnhof Maschen, der auf Seevetaler und Steller Gemeindegebiet liegt. Da die Bahn im Durchfahrtsbereich unserer angrenzenden Wohngebiete keine Lärmschutzmaßnahmen vorsieht, hat die Gemeinde gegen die vom Eisenbahnbundesamt genehmigte Planung Rechtsmittel eingelegt.
Abgelehnt hat die Gemeinde Stelle auch die Vorzugstrasse für die Norddeutsche Erdgasleitung (NEL), die westlich von Gehrden Richtung Grundschule Ashausen verlaufen soll. Die Gemeinde fordert eine gänzlich andere Leitungsführung, die die vorhandene und geplante Bebauung in Ashausen nicht berührt.
Die für Investitionen zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Konjunkturprogramm hat die Gemeinde in der zweiten Jahreshälfte größtenteils umgesetzt. So haben die Schulsporthallen in Fliegenberg und Stelle effektivere Deckenstrahlheizungen bekommen und die Leuchtmittel der Straßenbeleuchtung sind durch Energiesparlampen ausgetauscht worden.
Mit Fördergeldern des Landes war auch die Erweiterung der P+R-Anlage in Stelle ermöglicht worden. Die festgestellten Bodenbewegungen haben die endgültige Fertigstellung der 80 zusätzlichen Stellplätze in diesem Jahr leider verhindert; der Endausbau erfolgt deshalb erst im kommenden Frühjahr.
Der Ansatz der Gemeinde, die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in einem zentralen Bereich zu festigen und zu stärken, konnte im Rahmen der Bauleitplanung weiterentwickelt werden. Zudem arbeitet die Gemeinde intensiv an der Entwicklung von Baulandflächen, um bestehenden Nachfragen entsprechen zu können.
Einen unverändert hohen Stellenwert besitzt der Sozial-, Jugend- und Sportbereich. Mit zwischenzeitlich rd. 1,1 Mio. € werden von der Gemeinde unter anderem die nicht durch Elternbeiträge und Landeszuschüsse gedeckten Kosten der Kindertagesstätten ( 434 Betreuungs-plätze in sieben Kindergärten, zwei Krippen und einem Hort) finanziert, die Aufwendungen für die Einrichtungen der Jugendpflege getragen, die Maßnahmen der Seniorenbetreuung bezuschusst und die Sportvereine finanziell und daneben durch die für sie kostenfreie Bereitstellung der gemeindlichen Sporthallen und -anlagen unterstützt.
Aus seinem Amt als Ortsbrandmeister der Steller Feuerwehr schied Jens Benecke aus. Er legte sein Amt, das er 12 Jahre ausübte, in die Hände seines bisherigen Stellvertreters Klaus Rabeler. Stellvertretender Ortsbrandmeister ist seitdem Christian Suhrbier.
Ich nehme den Wechsel in der Feuerwehrführung zum Anlass, mich bei allen ehrenamtlich Tätigen zu bedanken, die sich im zurückliegenden Jahr in unserer Gemeinde engagiert haben. Wir leben von Menschen, die aktiv sind, selbst anpacken und gestalten. Die Qualität der Arbeit im Gemeinderat, in den Vereinen, Verbänden, Kirchen, Parteien und allen anderen Einrichtungen und Organisationen ist abhängig von Frauen und Männern, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Freude daran haben, für andere da zu sein. Dieses großartige Engagement erfüllt uns alle mit Stolz und Dankbarkeit.
Allen Bürgerinnen und Bürgern - auch denen unserer Nachbargemeinden - wünsche ich Gesundheit und ein gutes, erfolgreiches und friedliches Jahr 2010.
Joachim Wilcke
Bürgermeister
(ste/pa)
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